Beraten und Beschlossen
icon.crdate29.07.2026
Aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 23. Juli 2026 In seiner öffentlichen Sitzung am 23. Juli 2026 hat der Gemeinderat mehrere wichtige
Aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 23. Juli 2026
In seiner öffentlichen Sitzung am 23. Juli 2026 hat der Gemeinderat mehrere wichtige Entscheidungen getroffen und sich mit aktuellen Themen der Gemeindeentwicklung befasst. Neben der Ehrung erfolgreicher Sportlerinnen und Sportler standen unter anderem die Sanierungsplanung des Bauhofs, die Anpassung der Hundesteuersatzung sowie die Feststellung der Jahresabschlüsse 2022 auf der Tagesordnung.
Sportliche Erfolge gewürdigt
Zu Beginn der Sitzung ehrte die Gemeinde zahlreiche Sportlerinnen und Sportler aus Oberreichenbach für ihre herausragenden Leistungen auf baden-württembergischer, süddeutscher, deutscher und internationaler Ebene. Ausgezeichnet wurden Erfolge im Karate, Tanzsport sowie im Leichtathletik- und Laufsport. Mit der Ehrung würdigte der Gemeinderat nicht nur außergewöhnliche sportliche Leistungen, sondern auch das große Engagement der örtlichen Vereine, die einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde leisten.
Sanierungsplanung für den Bauhof vorgestellt
Der Gemeinderat befasste sich mit der geplanten Sanierung des gemeindlichen Bauhofs und stimmte der vorgestellten Entwurfsplanung als Grundlage für die weitere Umsetzung zu.
Der Bauhof stammt aus dem Jahr 1983 und wurde – mit Ausnahme einer Dachsanierung – bislang nicht grundlegend modernisiert. Die Planung sieht insbesondere eine umfassende Erneuerung der Sozialräume, die Schaffung zeitgemäßer Arbeits- und Aufenthaltsbereiche, eine Verbesserung der Lager- und Erschließungssituation sowie den Austausch der veralteten Heizungsanlage gegen eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe vor. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter nachhaltig zu verbessern, den heutigen Anforderungen an Arbeitsschutz und Hygiene gerecht zu werden und den Bauhof langfristig als modernen und attraktiven Arbeitsplatz aufzustellen.
Netzdialog mit der Netze BW
Im Rahmen des jährlichen Netzdialogs informierten Vertreter der Netze BW GmbH den Gemeinderat über den Zustand des örtlichen Stromnetzes, aktuelle Investitionen sowie die Herausforderungen der Energiewende.
Besonders erfreulich ist, dass das gesetzlich vorgeschriebene Konzessionsvergabeverfahren zwischenzeitlich erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Ab dem 1. September 2026 wird die Netze BW das Stromnetz in Oberreichenbach auch in den kommenden Jahren betreiben und damit die langjährige und bewährte Partnerschaft mit der Gemeinde fortsetzen.
Im Rahmen der Präsentation wurde deutlich, dass in den vergangenen fünf Jahren bereits rund 4,9 Millionen Euro in die Strominfrastruktur der Gemeinde investiert wurden. Auch für die Jahre 2026 und 2027 sind weitere Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von rund 2 Millionen Euro vorgesehen. Schwerpunkte bilden dabei die weitere Verkabelung des Stromnetzes sowie Netzverstärkungen in verschiedenen Ortsteilen.
Erfreulich fiel zudem die Bilanz zur Versorgungssicherheit aus: Die durchschnittliche Stromausfallzeit lag in Oberreichenbach im Jahr 2025 bei lediglich 4,4 Minuten je Netzkunde und damit weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Energiewende auch auf kommunaler Ebene spürbar voranschreitet. Mittlerweile sind in Oberreichenbach bereits 382 Photovoltaikanlagen sowie 42 Balkonkraftwerke installiert.
Darüber hinaus stellte die Netze BW neue digitale Serviceangebote vor, darunter einen Benachrichtigungsservice bei Stromstörungen sowie ein digitales Anmeldeportal für Photovoltaikanlagen. Ebenfalls angekündigt wurde ein erweitertes Störungsmonitoring für die Feuerwehren über die Kommunalplattform, wodurch Einsatzkräfte künftig noch schneller und gezielter informiert werden können.
Anpassung der Hundesteuersatzung beschlossen
Der Gemeinderat beschloss eine moderate Anpassung der Hundesteuersatzung zum 1. Januar 2027. Die Hundesteuer für Ersthunde wird von bislang 96 Euro auf künftig 110 Euro jährlich angehoben. Gleichzeitig erfolgt eine Anpassung der Steuersätze für Zweithunde und Kampfhunde sowie der Gebühr für Ersatzhundesteuermarken.
Zum Stichtag 30. Juni 2026 waren in Oberreichenbach 243 Hunde steuerlich angemeldet, darunter 198 Ersthunde, 38 Zweithunde und 7 Kampfhunde. Die Hundesteuer dient dabei nicht nur der Erzielung von Einnahmen, sondern erfüllt zugleich eine ordnungs- und lenkungspolitische Funktion. Sie trägt dazu bei, die mit der Hundehaltung verbundenen öffentlichen Aufwendungen angemessen mitzufinanzieren und setzt gleichzeitig Anreize für eine verantwortungsvolle Hundehaltung.
Grundlage der Entscheidung waren die allgemeine Kostenentwicklung sowie ein Vergleich mit den Hundesteuersätzen benachbarter Kommunen. Trotz der Anpassung bewegt sich Oberreichenbach im regionalen Vergleich weiterhin auf einem moderaten Niveau.
Darüber hinaus beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, im Zuge der derzeitigen Überarbeitung der Polizeiverordnung eine Regelung zur Ahndung von Verstößen gegen die Pflicht zur Beseitigung von Hundekot vorzubereiten. Damit soll auch dem vielfach geäußerten Wunsch aus der Bürgerschaft nach mehr Sauberkeit im öffentlichen Raum Rechnung getragen werden.
Jahresabschluss 2022 festgestellt
Mit der Feststellung des Jahresabschlusses 2022 setzt die Gemeinde die Aufarbeitung der noch ausstehenden Jahresabschlüsse konsequent fort.
Der Jahresabschluss weist für das Haushaltsjahr 2022 ein ordentliches Ergebnis von rund 1,81 Millionen Euro sowie ein Gesamtergebnis von rund 1,76 Millionen Euro aus. Die Gemeinde konnte ihren Haushalt ausgleichen, das Eigenkapital weiter stärken und den Schuldenstand planmäßig reduzieren. Gleichzeitig wurden Investitionen unter anderem in das Rathaus, den Straßenbau und den Breitbandausbau umgesetzt.
Mit der nun erreichten Aufarbeitung der Jahresabschlüsse schafft die Gemeinde die Grundlage für eine transparente und verlässliche Haushaltsführung und holt die in den vergangenen Jahren entstandenen Rückstände Schritt für Schritt auf.
Bürgermeister Johannes Schaible gab dem Gemeinderat abschließend mit auf den Weg: „Behalten Sie diese Zahlen in guter Erinnerung, ich befürchte, solche Jahresabschlüsse werden wir in den kommenden Jahren nicht mehr sehen.“ Die Feststellung des Jahresabschlusses ist ein wesentlicher Bestandteil einer ordnungsgemäßen und transparenten Haushaltsführung.
Landesförderung für Regenüberlaufbecken Unterkollbach
Unter dem Tagesordnungspunkt „Bekanntgaben“ informierte Bürgermeister Johannes Schaible über eine erfreuliche Nachricht aus Stuttgart: Die Gemeinde hat den Förderbescheid des Landes Baden-Württemberg für die Nachrüstung des Regenüberlaufbeckens Unterkollbach erhalten.
Für die Maßnahme werden 1.297.300 Euro bewilligt, was einer Förderquote von 80 Prozent entspricht. Nach dem bereits modernisierten Regenüberlaufbecken Eberspiel und der derzeit laufenden Sanierung des Regenüberlaufbeckens Oberreichenbach kann damit nun auch der dritte und letzte Bauabschnitt umgesetzt werden. Die Gemeinde setzt damit ihren langfristigen Sanierungsfahrplan konsequent fort und investiert weiter in den Gewässerschutz sowie eine zukunftsfähige Abwasserinfrastruktur.











